Nähen für Große

Wickelkleid Wren in Olivgrün

Neulich war es so weit: Ich war auf meinem ersten Nähtreffen! Die liebe Anna von Zwergstücke hatte es organisiert und Anja und ich konnten kurzfristig noch teilnehmen. Am Abend zuvor dann die Überlegung, welches Projekt ich mir vornehme. Da ich keine Zeit mehr hatte, etwas zuzuschneiden, packte ich das seit langem zugeschnittene Wren Kleid ein.

Gute Entscheidung! Stellte sich doch heraus, dass das Wren Kleid gar nicht so schwierig zu nähen war, wie vorher gedacht. Ich hatte den Schnitt schon gekauft und die Version 2 mit dem Glockenrock direkt zugeschnitten, als es noch kalt war und wollte damals uuunbedingt gleich damit loslegen. Irgendwie blieb das Kleid dann trotzdem liegen und je länger es da lag, desto weniger Lust hatte ich darauf, es anzugehen.

Das geballte Schwarmwissen des Nähtreffs im Rücken legte ich dann damit los und bekam es auch dort fertig. Seitdem habe ich es sicher einmal pro Woche getragen – es hat sich also gelohnt 🙂

Schnittmuster: Das Wren Kleid von Colette Patterns (englischsprachige Anleitung mit vielen Bildern)

Stoff: Den olivgrünen Baumwolljersey hab ich im nicht besonders guten Stoffladen um die Ecke gekauft, weil es schnell gehen sollte. War ein guter Kauf, das Material trägt sich super und fällt genau richtig für das Kleid.

Nähprozess: Das Oberteil war einfach zu nähen und ging mit der Overlock sehr flott. Wie es mir immer wieder bei Wickeloberteilen passiert, hatte ich auch hier vergessen, den Stoff an den Stellen zu markieren, an denen die Teile überlappen. Großer Fail, das geht einfach nicht ohne!

Dann die Erkenntnis: Im Schnittmuster wird der Rockteil mithilfe von transparentem Gummiband gerafft. Das hatte ich noch nie gemacht und überlegte noch, ob ich es nicht wie sonst mit zwei Einhaltenähten raffe. Ich beschloss, der Anleitung dieses Mal zu folgen und legte los. Dieser Teil war wirklich der schwerste, da der Rockteil des Wren Kleids viiieel weiter als das Oberteil ist und um einiges gerafft werden muss.  Laut Anleitung sollte man das transparente Gummiband vierteln und je an den Seitennähten und in der Mitte der Rockteile feststecken. Das ist viel zu wenig, lasst euch das sagen. Ich hatte letztendlich an 8 Stellen festgesteckt und trotzdem sah das Ganze nachher nicht schön aus. Das Gummiband rollte sich beim Nähen zusammen, der Jersey rutschte ständig unten drunter weg… Naja, da ich das ganze mithilfe der Overlock mit dem Oberteil zusammennähte, war mir das dann egal, es ist jetzt unsichtbar 😉

Änderungen: Da ich schon vorher auf anderen Blogs recherchiert hatte, war ich vorgewarnt, dass der Rockteil aus so viel Stoff besteht. Ich bin dem Rat gefolgt und habe 5cm an jeder Seite der beiden Rockteile abgeschnitten. Beim nächsten Mal würde ich mindestens 10cm an jeder Seite abnehmen, der Stoff reicht trotzdem dicke und das Raffen würde so viel einfacher.

Styling/ Vielseitigkeit: Das fertige Kleid sieht ganz ok aus. Leider sieht man einfach, dass der Rock aus viel zu viel Stoff besteht. Vor allem vorne am Wickeloberteil sieht man es schon. Da es wahnsinnig bequem und praktisch zum Stillen ist und ich keine Perfektionistin bin, trage ich das Kleid trotzdem oft – definitiv ein Dauerbrenner im Alltag. Ich finde die Länge des Kleids super und werde es sicher wieder nähen, nächstes Mal dann vielleicht mit Ärmeln.

Fazit fürs nächste Mal: Abgesehen von den schmaleren Rockteilen würde ich beim nächsten Mal für das Säumen des Ausschnitts definitiv eine Coverlock verwenden. Durch das Runterziehen beim Stillen ist mir die Naht am Ausschnitt schon an einigen Stellen gerissen, was man bei genauerem Hinsehen auch sieht.

Zudem würde ich an den Seitennähten des Rocks Eingriffstaschen einnähen, das mag ich einfach gerne.

Alle Fotos von der tollen Linda 🙂

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